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01

Febuar 2021

Schwierigkeit: einfach
Dauer: 10 Minuten
Thema: Weightlifting
All Bilder © Crossfit WN

AUTOR: Thomas Barisich

Headcoach der Herzen @ CFWN und passionierter Gamer.

Erreichbar für euch unter instagram.com/adventures_of_a_human_panda
oder ganz old school per Mail an thomas@crossfitwn.at 

Warum ich Weightlifting liebe

Hallo. Ich bin der Thomas und ich bin ein sehr durchschnittlicher Gewichtheber im Crossfit Segment. Ich “snatche” 100kg und “Clean&Jerke” 120kg. Also im Moment bestimmt nicht, da ich nicht mal mehr weiß wie eine Langhantel aussieht. In meiner kleinen Kopfwelt bin ich ein sehr schwacher Mensch. Alles was Maximalkraft anbelangt, wurde ich mit unterdurchschnittlicher Genetik geboren. Shoutout an meine Mama und Papa. Im Gegenzug kann ich dafür lang laufen. Cool.

Auf jeden Fall ist das Gewichtheben im Crossfit sehr stark vertreten. Wenn ich vom Gewichtheben spreche, meine ich übrigens immer die olympischen Varianten Snatch und Clean&Jerk. In Wettkämpfen waren diese Lifts immer meine größte Schwäche und ich hinkte meilenweit hinterher. Was man nämlich auch wissen muss – was Mobilität anbelangt schauts auch gar nicht so gut aus bei mir. Wie oft dachte ich mir schon “der hat sich gut angefühlt, schön tief gefangen”, nur um Sekunden danach von der Trainingskollegin gefragt zu werden ob wir jetzt doch Power Cleans machen. Cool.

Alles in allem besitze ich also alle Voraussetzung um Gewichtheben echt nicht gut zu finden. Aber aus irgendeinem Grund ist es nicht so. Nein, ich liebe es sogar. Und ich versuche euch zu erklären warum.

Mein Start mit Gewichtheben

Wie so viele andere habe ich beim Crossfit meine ersten Snatches gemacht. Und Gott waren die häasslich. Man sagte mir “geh drunter” als ich das Gewicht nicht schaffte. Ich dachte mir nur was für ein schwachsinniger Tipp. Ich muss das Gewicht rauf. Ich bring mich um wenn ich da runter geh. Was soll das bringen.

Da ich schnell merkte keine Ahnung von all dem zu haben, entschied ich mich mit meinem Bruder einmal wöchentlich einen Gewichtheberverein zu besuchen. Dies machten wir dann ein Jahr lang und lernten sehr “old schoolig” die Materie. Crossfit war zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht ausgereift genug das überall korrekt zu lehren. Man muss dazusagen, dass dies alles vor gut 10 Jahren war. Da gabs noch kein Gewichtheben für die breite Massen und dementsprechend war das Wissen darüber noch nicht sehr ausgeprägt.

Ich merkte jedoch Fortschritte und begann mich mehr und mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Ich lernte im Verein, sprach mit anderen und sog jedes Internetwissen auf, das ich als nützlich empfunden habe. Mein alter Job damals mag auch ein wenig darunter gelitten haben. Störte mich aber nicht. Ich war Beamter. Hatte sowieso das Gefühl man erwartet das von mir.

Warum mag ich also Gewichtheben?

Im vorigen Teil führe ich schon einen Punkt aus, der mich am Gewichtheben so fasziniert. Man kann sich in das Thema so sehr reinsteigern. Artikel darüber lesen, Videos schauen, Analysen der eigenen Bewegungen. Gewichtheben ist unglaublich komplex und detailverliebt. Es geht nicht darum den einen Muskel zu trainieren. Es geht darum Technik, Explosivkraft, Timing, Positionierung und vieles mehr zu perfektionieren. Und das coolste daran – wenn man sich in das ganze reinhaut und sich mit all diesen Themen befasst und sie übt, dann merkt man auch einen Erfolg.

Dieser Erfolg muss nicht immer in einer neuen Bestleistung resultieren. Dieser Erfolg kann auch daran liegen, zu sehen wie gut ein Versuch geklappt hat. Wie leicht sich ein Gewicht im Vergleich zum letzten Jahr angefühlt hat. Wie stabil sich etwas über Kopf anfühlt.

Gewichtheben bietet natürlich viel Frust. Komplexe Bewegungen haben natürlich einen hohen Grad an Fehlversuch Potential. Im Gegenzug sind aber die Momente wo es geklappt hat, so extrem belohnend. Jeder der schon mal so einen Moment hatte weiß wovon ich spreche. Kleines Beispiel aus meiner Anfangszeit: Ich snatchte vor ca. 8 Jahren zu Hause im Garten, das erste Mal 70kg. Hässlich. Heutzutage würde ich mich schämen. Aber für mich war das damals ein Meilenstein. Bin durchs Haus gelaufen und habe nach irgendeiner Person gesucht um ihr das Video zu zeigen. Kleiner Dämpfer meiner Euphorie: Ich war allein zu Hause.

Warum auch du Gewichtheben lieben könntest

Ihr seht also, es ist ganz egal wie viel oder wenig Gewicht man bewegen kann. Es geht um die eigene Leistung und wie ich diese verbessern kann. Das trifft natürlich auf so gut wie jeden Sport zu. Ich habe jedoch noch nie einen Sport gemacht, bei dem der Erfolg so belohnend war wenn es eintrifft. Ein neuer Snatch PR fühlt sich für mich 100 Mal schöner an als ein Squat PR. Selten war ich so euphorisch nach einem bestandenen Lift.

Wenn du also für Kraftsport generell was übrig hast und dir gerne Sachen suchst in die man Zeit reinstecken kann, mit denen man sich lange lange beschäftigen kann, die eine Komplexität aufweisen die nach Übung und Training schreit – dann solltest du es dringend in Erwägung ziehen dem Gewichtheben eine Chance zu geben.

Ich bin nicht super gut darin, aber darum gehts nicht. Gibt Sachen die ich besser machen könnte. Und trotzdem bleib ich beim Gewichtheben – weil ich es liebe!

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Febuar 2021

Schwierigkeit: einfach
Dauer: 10 Minuten
Thema: Weightlifting
All Bilder © Crossfit WN

Warum ich Weightlifting liebe

Hallo. Ich bin der Thomas und ich bin ein sehr durchschnittlicher Gewichtheber im Crossfit Segment. Ich “snatche” 100kg und “Clean&Jerke” 120kg. Also im Moment bestimmt nicht, da ich nicht mal mehr weiß wie eine Langhantel aussieht. In meiner kleinen Kopfwelt bin ich ein sehr schwacher Mensch. Alles was Maximalkraft anbelangt, wurde ich mit unterdurchschnittlicher Genetik geboren. Shoutout an meine Mama und Papa. Im Gegenzug kann ich dafür lang laufen. Cool.

Auf jeden Fall ist das Gewichtheben im Crossfit sehr stark vertreten. Wenn ich vom Gewichtheben spreche, meine ich übrigens immer die olympischen Varianten Snatch und Clean&Jerk. In Wettkämpfen waren diese Lifts immer meine größte Schwäche und ich hinkte meilenweit hinterher. Was man nämlich auch wissen muss – was Mobilität anbelangt schauts auch gar nicht so gut aus bei mir. Wie oft dachte ich mir schon “der hat sich gut angefühlt, schön tief gefangen”, nur um Sekunden danach von der Trainingskollegin gefragt zu werden ob wir jetzt doch Power Cleans machen. Cool.

Alles in allem besitze ich also alle Voraussetzung um Gewichtheben echt nicht gut zu finden. Aber aus irgendeinem Grund ist es nicht so. Nein, ich liebe es sogar. Und ich versuche euch zu erklären warum.

Mein Start mit Gewichtheben

Wie so viele andere habe ich beim Crossfit meine ersten Snatches gemacht. Und Gott waren die häasslich. Man sagte mir “geh drunter” als ich das Gewicht nicht schaffte. Ich dachte mir nur was für ein schwachsinniger Tipp. Ich muss das Gewicht rauf. Ich bring mich um wenn ich da runter geh. Was soll das bringen.

Da ich schnell merkte keine Ahnung von all dem zu haben, entschied ich mich mit meinem Bruder einmal wöchentlich einen Gewichtheberverein zu besuchen. Dies machten wir dann ein Jahr lang und lernten sehr “old schoolig” die Materie. Crossfit war zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht ausgereift genug das überall korrekt zu lehren. Man muss dazusagen, dass dies alles vor gut 10 Jahren war. Da gabs noch kein Gewichtheben für die breite Massen und dementsprechend war das Wissen darüber noch nicht sehr ausgeprägt.

Ich merkte jedoch Fortschritte und begann mich mehr und mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Ich lernte im Verein, sprach mit anderen und sog jedes Internetwissen auf, das ich als nützlich empfunden habe. Mein alter Job damals mag auch ein wenig darunter gelitten haben. Störte mich aber nicht. Ich war Beamter. Hatte sowieso das Gefühl man erwartet das von mir.

Warum mag ich also Gewichtheben?

Im vorigen Teil führe ich schon einen Punkt aus, der mich am Gewichtheben so fasziniert. Man kann sich in das Thema so sehr reinsteigern. Artikel darüber lesen, Videos schauen, Analysen der eigenen Bewegungen. Gewichtheben ist unglaublich komplex und detailverliebt. Es geht nicht darum den einen Muskel zu trainieren. Es geht darum Technik, Explosivkraft, Timing, Positionierung und vieles mehr zu perfektionieren. Und das coolste daran – wenn man sich in das ganze reinhaut und sich mit all diesen Themen befasst und sie übt, dann merkt man auch einen Erfolg.

Dieser Erfolg muss nicht immer in einer neuen Bestleistung resultieren. Dieser Erfolg kann auch daran liegen, zu sehen wie gut ein Versuch geklappt hat. Wie leicht sich ein Gewicht im Vergleich zum letzten Jahr angefühlt hat. Wie stabil sich etwas über Kopf anfühlt.

Gewichtheben bietet natürlich viel Frust. Komplexe Bewegungen haben natürlich einen hohen Grad an Fehlversuch Potential. Im Gegenzug sind aber die Momente wo es geklappt hat, so extrem belohnend. Jeder der schon mal so einen Moment hatte weiß wovon ich spreche. Kleines Beispiel aus meiner Anfangszeit: Ich snatchte vor ca. 8 Jahren zu Hause im Garten, das erste Mal 70kg. Hässlich. Heutzutage würde ich mich schämen. Aber für mich war das damals ein Meilenstein. Bin durchs Haus gelaufen und habe nach irgendeiner Person gesucht um ihr das Video zu zeigen. Kleiner Dämpfer meiner Euphorie: Ich war allein zu Hause.

Warum auch du Gewichtheben lieben könntest

Ihr seht also, es ist ganz egal wie viel oder wenig Gewicht man bewegen kann. Es geht um die eigene Leistung und wie ich diese verbessern kann. Das trifft natürlich auf so gut wie jeden Sport zu. Ich habe jedoch noch nie einen Sport gemacht, bei dem der Erfolg so belohnend war wenn es eintrifft. Ein neuer Snatch PR fühlt sich für mich 100 Mal schöner an als ein Squat PR. Selten war ich so euphorisch nach einem bestandenen Lift.

Wenn du also für Kraftsport generell was übrig hast und dir gerne Sachen suchst in die man Zeit reinstecken kann, mit denen man sich lange lange beschäftigen kann, die eine Komplexität aufweisen die nach Übung und Training schreit – dann solltest du es dringend in Erwägung ziehen dem Gewichtheben eine Chance zu geben.

Ich bin nicht super gut darin, aber darum gehts nicht. Gibt Sachen die ich besser machen könnte. Und trotzdem bleib ich beim Gewichtheben – weil ich es liebe!

AUTOR: Thomas Barisich

Headcoach der Herzen @ CFWN und passionierter Gamer.

Erreichbar für euch unter instagram.com/adventures_of_a_human_panda oder ganz old school per Mail an thomas@crossfitwn.at 

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